Der Tod streckt seine Hände aus

Es war schon lange ein Problem, zwar nur unterschwellig, aber eben doch ein Problem. Ein Problem welches ich immer wieder zur Seite schob so gut es eben ging. Vor zehn Jahren als ich meine Krebsoperation hatte und meine Prostata entfernt wurde meinte der Chirurg dass ich die nächsten zehn Jahre meine Ruhe haben werde. Nun, die zehn Jahre sind um und ein vermeintliches Damoklesschwert schwebte wieder über mir.

Seit mindestens drei Monaten plagen mich Bauchschmerzen und Magenschmerzen. So genau kann ich den Schmerz eigentlich nicht lokalisieren. Ich war schon zweimal bei meinem Hausarzt hier in Thailand. Dieser gab mir Pillen und Sirup und redete von zu viel Gas im Bauch. Ich traue ihm nicht und es wurde auch trotz seiner Medizin nicht wirklich besser. Ich schob den Besuch bei einem Spezialisten immer wieder auf. Erstens war es schwierig einen Spezialisten zu finden und zweiten war ich nicht scharf auf etwaige schlechte Nachrichten.

Mit der Zeit fand ich aber doch dass ich etwas unternehmen sollte. Den Kopf in den Sand stecken war auch keine langfristige Lösung. Unser lokales Hospital hier kam für mich nicht in Frage. Abgesehen davon dass es überlaufen war hatte es nicht den allerbesten Ruf. Also fragten wir Freunde welche meine Frau noch von der Uni her kannte. Man empfahl uns das Chula Hospital der Universität in Bangkok. Mir war das nicht unrecht denn so konnte ich gleichzeitig noch meine Zahnklinik in Bangkok besuchen um eine verlorene Krone zu ersetzen und auch einen zweiten defekten Zahn reparieren lassen.

Ich liess meine Frau ein schönes Hotel buchen und wir packten unsere kleinen Reisekoffer. Vor der Abreise instruierten wir unseren Hausangestellten und Gärtner Nu damit alles seine Ordnung hatte und es den Hunden an nichts fehlte. Wir gaben ihm noch ein bisschen Geld falls etwas nicht vorher Gesehenes eintreffen sollte.

Am nächsten Morgen bestiegen wir guter Dinge den Minibus welcher uns nach gut vier Stunden Fahrt nach Bangkok bringen sollte. Da ich  die Strecke schon auswendig kannte war die Fahrt nicht besonders aufregend. Ausser wenn uns ein irrer Autofahrer überholte und uns den Weg abschnitt. Irre Autofahrer gibt es in Thailand reichlich. Sie fahren überall, sie fahren besoffen, sie fahren unter Drogen, sie fahren so zu sagen ohne Bremsen und fast jeden Tag gibt es ein paar Tote auf den Strassen. Es wird rechts und links überholt. Man kann sagen hier auf den Strassen gilt das Faustrecht. Ein anständiger Thai hält sich üblicherweise an kein Gesetz.

Nun, wir haben die Fahrt wie fast immer heil überlebt und sind in Bangkok eingetroffen. Für ein kleines Trinkgeld bringt uns der Fahrer direkt zu dem gebuchten Hotel. Ein wirklich schönes Hotel mit vierzehn Stockwerken und direkt am Fluss gelegen.

Die erste Überraschung erlebten wir bereits als uns die Dame am Empfang mitteilte dass auf unseren Namen kein Zimmer gebucht sei. Die beste aller Frauen, nämlich meine, hatte über das Internet gebucht und hielt der Dame die Buchungsunterlagen per Handy unter die Nase. Nach einigem Ringen mit dem Empfang kamen wir darauf dass wir wohl im falschen Hotel waren. Peinlich, peinlich. Nun, das Hotel gefiel mir aber so gut dass ich die Dame fragte ob sie noch ein schönes Zimmer mit Aussicht zum Fluss für uns hätte. Sie schaute nach und gab dem Pagen einen Schlüssel. Wir fuhren mit dem Lift in das vierzehnte Stockwerk. Der Page öffnete eins der vielen Zimmer und wir traten ein. Es war ein grosses Zimmer mit einem mächtigen Panoramafenster welches fast die ganze Frontseite bedeckte und einem grossen Balkon. Die Aussicht war atemberaubend. Unter uns lag der Fluss mit seinen Brücken und wir sahen weit hinweg über die Stadt Bangkok. Dass dieses Hotel um einiges teurer war als das eigentlich reservierte war mir egal. Es war seinen Preis wert und wir buchten es. Der einzige Nachteil war die Klimaanlage welche man nicht ganz abstellen oder regeln konnte. Es war so kalt dass man zum Schlafen eine Jacke anziehen musste.

Es war schon ein grosser Unterschied zu den Hotels in denen wir bisher in Bangkok übernachtet hatten. Das eine war ein grosser alter Kasten in dem es muffelte wie Grossmutters altes Sofa und das andere Hotel war ein ehemaliges Bordell welches man zum Hotel umfunktioniert hatte. Es war ganz nett aber wegen seines günstigen Preises meist von Chinesen belegt. Wo Chinesen weilen geht es laut zu und her. Man hätte oft beim Frühstück denken können sie seien alle schwerhörig.

Inzwischen war es schon drei Uhr und wir hatten noch nichts gegessen. Wir packten also schnell unser Köfferchen aus, versorgten die Klamotten im Schrank und liessen uns ein Taxi bestellen. Wir fuhren zu  einer grossen Shopping Mall um ein paar Einkäufe zu tätigen. Wir hatten bereits zu Hause eine lange Liste mit Sachen gemacht welche wir gerne kaufen   wollten. Das Kaufhaus war riesig und es gab hier alles zu kaufen was man sich vorstellen kann. Das Warensortiment war grob in Stockwerke gegliedert und alles gut beschildert, so dass man sich gut zurecht finden konnte. Die Schilder waren in Thai und in Englisch angeschrieben. Wir begannen unsere Liste abzuarbeiten aber bald stellte sich ein gewisses Hungergefühl ein welches wir nicht lange ignorieren konnten.

Wir fuhren also mit der Rolltreppe in das fünfte Stockwerk. Hier reihte sich ein Restaurant an das  andere. Die Auswahl war riesig. Es gab Essen auf Thai, Koreanisch, Chinesisch, Italienisch, Europäisch und vieles andere mehr. Wir, besser gesagt ich,  entschieden uns für Europäisch. Wir traten in ein Restaurant mit dem Namen „ Sizler“ welches wir schon von früher kannten. Es war bekannt für seine guten Steaks. Wir wurden an einen freien Tisch geführt und studierten die Speisekarte. Die beste aller Frauen bestellte ein Trutensteak mit Gemüse und Bratkartoffeln, ich versuchte es mit einem T-bone-Steak, Pommes und Gemüse. Auch ein kaltes Bier durfte nicht fehlen. Dieser Fresstempel war bei Leibe nicht billig. Hier Trafen sich vor allem Touristen und Thais welche nicht aufs Geld achten mussten. Von denen gab es scheinbar in Bangkok reichlich denn in den Stosszeiten musste man draussen anstehen und eine Nummer fassen um einen Tisch zu bekommen.

Wir warteten nicht auf unser Essen denn Sizler war  auch bekannt für sein Salat- und Dessertbuffet. Also pilgerten wir zuerst zum Salatbuffet. Es gab hier alles was ich an Salat kannte und auch nicht kannte und alles total frisch und schön angerichtet. Salate in allen Varianten, sicher zehn verschiedene Sossen, Wachteleier, verschiedene Käsesorten und vieles mehr. All dies war im Preis inbegriffen also liessen wir uns nicht lange bitten und schaufelten verschiedene Sachen auf unsere Salatteller, träufelten Sosse darüber und verschwanden wieder an unseren Tisch. Der Salat war köstlich. Ich holte mir nochmals ein paar Wachteleier mit Senfsosse.

Bald darauf wurde das Essen aufgetragen. Es sah nicht nur gut aus sondern es schmeckte auch hervorragend. Ich bestellte noch ein Bier und für Mooki ein weiteres Mineralwasser. Nach dieser Prozedur waren wir so vollgefressen dass wir keine Lust mehr verspürten das Dessertbuffet zu besuchen.  Ich bezahlte die Rechnung am Ausgang und strebte auf ein Bistro gegenüber zu um einen Kaffee zu trinken. Danach setzten wir unsere Einkaufstour fort. Da bekanntlich  einkaufen  auch müde macht und es schon gegen Abend ging beschlossen wir unseren Heimweg ins Hotel anzutreten. Gott sei Dank bekamen wir schnell ein Taxi. Das ist um diese Zeit in Bangkok nicht selbstverständlich. Nach vier Uhr nachmittags setzte bereits der Feierabendverkehr ein. Da werden die leeren Taxis seltener und der Verkehr rollt oft nur noch im Schritttempo. Wohlbehalten kamen wir endlich im Hotel wieder an und konnten uns ausruhen. Mooki döste auf dem Bett und ich holte mir aus der Hausbar ein kleines Bier.

Ich blickte durch das grosse Panoramafenster und bewunderte den spektakulären Ausblick. Der Himmel färbte sich am Horizont blutrot. Ich öffnete die grosse Schiebetüre und trat auf den Balkon. Ein angenehmer lauwarmer Wind wehte mir entgegen. Ich trat ans Geländer und blickte die vierzehn Stockwerke hinunter. Weit unter mir, am Flussufer, befand sich das Gartenrestaurant. Mir wurde leicht schwindlig.

Eine innere Stimme begann zu mir zu sprechen und sagte: „ wenn du da hinunter springst bist du sofort tot. Du wirst nichts merken und das Leben ist einfach zu Ende. Keine Krankheiten mehr, keine schlechten Nachrichten vom Spital, auf was wartest du?“. Ich trat schnell einen Schritt vom Balkongeländer zurück aber das Geländer schaute mich an wie eine Kobra die mich gleich beissen wollte. Ich überlegte mir den Vorschlag und fand dass er gar nicht so abwegig war. Anderseits würde ich vielleicht dann ein paar bevorstehende schöne Momente verpassen. Ich trat wieder zum Geländer und schaute hinunter. „Na, und…?“ meinte die Stimme in meinem inneren. Ich verliess fluchtartig  den Balkon und verschloss die Schiebetüre, aber die Stimme wurde ich nicht mehr los. Man könnte sagen, dass der Gedanke hinunter zu springen von mir Besitz ergriffen und sich in meinem Gehirn festgefressen hatte. Hätten wir im ersten oder zweiten Stock logiert wäre das ganze kein Thema gewesen. Das Risiko im Rollstuhl zu landen war zu gross und absolut keine Verlockung. Aber im vierzehnten Stockwerk…, da war dieses Risiko gleich null.

Ich schlief ziemlich schlecht in der folgenden Nacht, die verdammte Stimme liess mich nicht mehr los. Am Morgen ging ich immer noch nachdenklich zum Frühstück. Als ich das Buffet sah verbesserte sich meine Stimmung ein bisschen. Es gab einen hervorragenden Kaffee, verschiedene Brotsorten, Joghurt, sogar mein geliebter Blaukäse war vorhanden und mit der hübschen Dame welche Eier brutzelte begann ich eine einfache Konversation in Thai. Sie freute sich, dass ich ihre Sprache ein bisschen beherrschte. Nachdem wir gefrühstückt hatten bestellten wir uns wieder ein Taxi und fuhren in die Zahnklinik.

Ich meldete mich am Empfangsschalter und präsentierte stolz meine abgefallene Zahnkrone in meinem Plastikdöschen. Als Ausländer musste ich auch nicht lange warten. Wir werden fast überall als VIP behandelt da wir wesentlich mehr als die Einheimischen bezahlen müssen.

Mooki machte es sich auf einer Bank gemütlich und ich wurde in einen der zahlreichen Behandlungsräume geführt. Drei hübsche Thailänderinnen nahmen mich in Empfang und ich hoffte die Reparatur würde lange dauern. Ich legte mich auf den Folterstuhl und eine Assistentin bedeckte meine Augen. Da ich mir sicher war dass ich heute nicht gehängt werden sollte zerrte ich den Lappen wieder weg und sagte der Zahnärztin ich wolle zuschauen was sie mache. Sie willigte ein, war aber verwundert, denn die meisten der Thais sind so wehleidig dass sie wohl für eine Zahnfüllung eine Vollnarkose brauchen. Sie schmierte mir etwas aufs Zahnfleisch und sie begann zu werkeln. Ich spürte nichts. Ich bekam ein Provisorium und eine Einladung für einen Monat später. Die halbe Rechnung durfte ich im Voraus bezahlen wie das in Thailand halt so üblich ist. Nachdem ich die Folterkammer verlassen und die Rechnung bezahlt hatte machten wir einen Einkaufsbummel in der Hoffnung, dass der Zement schnell trocknet in meinem Maul.

Anschliessend trafen wir uns mit Freunden zum Mittagessen. Der Mann war Professor für Chemie und seine Frau ebenfalls Dozentin für Englisch an der Uni.  Sie luden uns zum Essen ein ins Siam Center. Das war auch eine Shopping Mall, aber eine der obersten Preisklasse. Die Preise waren selbst für Schweizer Verhältnisse nicht zu knapp bemessen. Es gab Fisch, Muscheln und noch anderes Meeresgetier. Das Essen war ausgezeichnet. Die beiden sprachen gut Englisch und so konnte ich mich auch an der Unterhaltung beteiligen. Gesprächsstoff hatten wir genug denn die beiden gehörten zu einer Gruppe von Investoren welche unter anderem in Thailand meinen Ananaswein produzieren wollten. Nachdem wir noch einen Kaffee getrunken hatten in einem nahe gelegenen Shop trennten sich unsere Wege wieder und wir bedankten uns für die Einladung und das gute Essen.

Wir schnappten uns ein Taxi und liessen uns am Fluss entlang fahren. Das Wetter war nicht besonders schön. Ich wollte wieder einmal mit dem Schiff fahren und so verliessen wir das Taxi bei einer Schiffhaltestelle. Mit einem normalen Kursschiff fuhren wir zurück zum Hotel denn hier nahe beim Hotel gab es auch eine Anlegestelle und die restlichen zweihundert Meter konnten wir auch zu Fuss gehen trotz dem bisschen Regen der inzwischen eingesetzt hatte.

Das Abendessen konsumierten wir im grossen Speisesaal des Hotels. Das Essen war gut. Das einzige was mich störte war dass wir praktisch die einzigen Gäste waren im Speisesaal. Von einem Hotel dieser Grössenordnung hätte ich schon mehr erwartet. Anderseits war jetzt gerade keine Saison für Touristen.

In unserem Zimmer wieder angekommen sah es aus wie in einem kitschigen Wildwestfilm. In der Abendsonne war der ganze Horizont in rotes Licht getaucht, der Ausblick war fantastisch. Um die Aussicht noch mehr zu geniessen traten wir auf den Balkon. Ich warf einen kurzen Blick nach unten in die bodenlose Tiefe und schon kam meine innere Stimme wieder und plagte mich. „ Wann springst du jetzt endlich, du hast nicht mehr viel Zeit“. Ich hatte ein flaues Gefühl im Magen und verliess den Balkon umgehend aber die Stimme liess nicht locker und schwirrte in meinem Kopf herum.

Wir gingen zeitig schlafen denn am nächsten Morgen musste ich das Spital aufsuchen um meinen Bauch kontrollieren zu lassen.

Anderntags machte ich eine Erfahrung der besonderen Art. Nach dem Frühstück fuhren wir zum Chula Universitätsspital wo ich telefonisch bereits angemeldet war um mich untersuchen zu lassen. Das Spital war wirklich gross, aber noch grösser war das Chaos welches mich dort erwartete. Zuerst boxten wir uns zu einem Empfangsschalter durch und ich meldete mich an. Da ich, wie es aussah, nicht der einzige Patient war bekam ich eine Nummer verpasst und wir setzten uns auf einen der Zahlreichen Stühle in der Wartehalle und warteten auf das Erscheinen unserer Nummer an der Wand. In der Wartehalle ging es zu wie auf dem Jahrmarkt. Unmengen von Leuten wuselten durcheinander. Sie liefen, hinkten, wurden geschoben. Man sah sogar Betten mit alten Leuten wo man nicht genau sah ob sie schon tot waren oder noch unter den Lebenden weilten. Die Leute wurden grollt und geschoben von Pflegern und Angehörigen. Es war ein richtiger Hexensabbat. Da, nach einer halben Stunde, wie von Geisterhand tauchte meine Nummer auf der Anzeige auf. Schnell eilten wir wieder zum Schalter. Wie es schien hatten sie inzwischen meine Krankenakte gebastelt und damit den Computer gefüttert. Die Akte verschwand und wir wurden gebeten in der zweiten Etage vor dem Sprechzimmer 218 zu warten bis man uns hereinrief. Wir nahmen den Lift und fuhren ins zweite Stockwerk. Hier reihte sich ein Sprechzimmer ans andere. Wir fanden auch die richtige Türe nach einigem Suchen aber von den zwei– oder dreihundert Stühlen welche den Vorplatz bedeckten war kein einziger frei. Im Gegenteil. Auf jedem freien Zentimeter standen die Leute dicht gedrängt Kopf an Kopf. Nun standen noch zwei mehr hier. Leute kamen aus der Türe, andere wurden aufgerufen und gingen hinein.

Dazwischen brachte eine Arzthelferin wieder neue Krankenakten. Mir riss langsam der Geduldsfaden nach anderthalb Stunden und ich begann zu maulen und wollte den unwirtlichen Ort wieder verlassen. Unsere Freunde beschwichtigten mich und meinten ich sei sicher bald an der Reihe. Endlich, nach einer weiteren halben Stunde wurden wir ins Sprechzimmer gerufen. Das Sprechzimmer war etwa drei auf drei Meter gross. Auf der linken Seite sass der gepriesene Professor, auf der rechten Seite sein Assistent. Ich schüttelte den beiden die Hand und der Assistent fragte mich wo es weh tut. Er hörte mir zu und meinte ich solle in einem Monat nochmals kommen für eine Rektoskopie. Er verschrieb mir ein paar Pillen und das war’s dann. Ich war ausser mir vor Freude. Für diese zehn Minuten Konsultation mussten wir fast drei Stunden warten. Diese fachmännische Beratung hätte ich zu Hause bei jedem mittelmässigen Hausarzt in zwanzig Minuten auch haben können. Ich hatte wieder etwas gelernt. Ich werde hier nur noch private Spitäler konsultieren. Da muss ich anschliessend auch nicht noch eine halbe Stunde auf meine Pillen warten.

Nach dem Mittagessen in der Stadt wollte Mooki noch ihre Haare waschen lassen in einem Haarsalon. Ich beschloss, mir die Zeit im Hotel mit meinem Computer zu vertreiben. Ich sass also an meinem Computer da meldete sich meine innere Stimme schon wieder. „Wo bleibst du?“. Ich trat wieder auf den Balkon des Hotels. Es war wieder ein wunderschöner Tag. Die Sonne schien, trotz der Regenzeit. Ich schaute wieder hinunter in die endlose Tiefe auf den Sitzplatz des Gartenrestaurants. Die innere Stimme wurde immer aggressiver und lockte mich, hinunter zu springen. In Panik verliess ich den Balkon und versperrte die Balkontüre von innen. Ich wartete sehnsüchtig auf Mooki damit wir den Koffer packen konnten für die morgige Heimreise.

Ich werde nie wieder ein Hotelzimmer mieten welches höher liegt als im zweiten Stockwerk. Die innere Stimme ist mir erhalten geblieben. Sobald ich von irgendeinem höheren Gebäude herunter schaue fragt mich die Stimme wieder …. wann springst du endlich?