Sie sind hier: Vorwort » Kapitel 56 Traumreisen

Träume bedeuten gar nichts . oder etwa doch?

Das Auto

 Ich denke, fast jeder Mensch träumt ab und zu. Diese Tatsache allein ist noch nichts Besonderes und auch nicht weiter verwunderlich. Aber wer schon seit Jahrzehnten immer wieder die gleichen Träume hat der ist doch wohl nicht normal. Meine Träume plagen mich noch tagsüber und ich frage mich immer wieder ob bei mir wohl eine Schraube locker ist im Oberstübchen.
Ich habe etwas zu erledigen und zwar in Arlesheim. Das Zentrum von Arlesheim liegt auf einem bebauten Hügel. Das heisst, wenn man was zu erledigen hat muss man meistens nach oben. Ich steige in mein neues grünes Autöchen und fahre nach Arlesheim. Dort angekommen suche ich krampfhaft einen der wenigen Parkplätze, welche in den verwinkelten Gässchen dünn gesäht sind. Ich passiere einen kleinen Platz, da lassen sich Autos gegen eine Gebühr parken. Das ist sicher teuer denke ich und suche weiter. Ich fahre durch ein kleines Gässchen ein Stück den Berg hinauf aber da ist bereits jedes Plätzchen besetzt. Nach der nächsten Biegung erspähe ich eine kleine Parkbucht, da steht nur ein Auto, meines hat gerade noch Platz, also parke ich mein Auto. Ich steige nun das Gässchen weiter empor um meine Angelegenheiten in dem oben liegenden Geschäft zu erledigen. Ich habe meine Sachen bald erledigt und möchte wieder nach Hause. Es wird schon langsam dunkel aber ich kann mein verdammtes Auto nicht mehr finden. Immer verzweifelter irre ich durch die Gässchen. Ich betrete ein altes Haus und komme in einen Innenhof der halb Wohnung ist.  Ein alter Mann schaut mich an. Entschuldigung, sage ich. Ich kann mein Auto nicht mehr finden. Was hat es denn für eine Farbe, fragt er mich. Ich kann mich nicht mehr erinnern aber es ist ganz neu. Der Mann schüttelt befremdet den Kopf. Ich klettere über sein Gartenmäuerchen und suche weiter. Nichts.
Ich könnte heulen....wo ist mein Auto, ich kann mir doch kein neues Auto mehr leisten, ich habe schon eines verloren. Aus einem  alten Haus tritt ein Mann in mittlerem Alter....das ist doch der Franz Hohler, der Kabarettist, denke ich. Was ist los, fragt er mich. Ich suche mein Auto, sage ich. Na, ich helfe ihnen meint er . Wie sieht es denn aus? Ich weiss es nicht mehr, erwidere ich.
Er schaut mich seltsam an. Schau doch nicht so blöd drein, denke ich. Ich habe keine Schraube locker, ich suche nur mein Auto. Inzwischen habe ich einen alten, antiken Stuhl unter meinem Arm. Franz Hohler meint, geben sie mir ihren Stuhl, ich passe auf ihn auf und melden sie mir, wie die Geschichte ausgegangen ist, ich kann sie gut gebrauchen. Leck mich, denke ich, sage aber ja und suche weiter in den verwinkelten Gassen. Es wird langsam Nacht. Aus einer Parklücke fährt ein Mann und nimmt noch den halben Kotflügel des zweiten dort parkierten Autos mit. Dessen Besitzer ist schon im Anmarsch und die beiden Fahrer fauchen sich an.......ich suche weiter. Aber weit und breit kein Auto von dem ich denke es könnte meines sein.
Ich irre weiter durch die Gässchen und betrete schlussendlich wieder ein altes Haus. Ich steige die hölzerne Treppe hinauf. Oben angekommen erwartet mich wieder ein alter Mann. Darf ich bitte mal telefonieren. Ich muss meine Frau anrufen damit sie mich abholt, denn ich finde mein Auto nicht mehr. Wissen sie denn ihre Telefonnummer, meint er. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich denke schon. Ich nehme den Hörer in die Hand und überlege mir gleichzeitig, wie ich meiner Frau beibringen soll dass ich schon wieder ein Auto verloren habe............. aber Gott sei Dank wache auf.

Das Konzert

Ich spiele nicht so schlecht Klavier aber ein Meiser bin ich bei weitem nicht auf dem Instrument. Meine Klavierlehrerin meint, ich müsse unbedingt ein Konzert geben was ich vehement ablehne, denn so gut bin ich nun auch wieder nicht und vor fremden Leuten würde ich mich schon gar nicht trauen Klavier zu spielen und mir wahrscheinlich in die Hose machen.
Ich weiss nicht wie mir geschah, aber plötzlich stehe ich auf einer Bühne. Hinter mir das Orchester, vor mir der bis auf den letzten Platz gefüllte Konzertsaal. Das ist aber noch lange nicht das Schlimmste. Nur mit einer Unterhose bekleidet stehe ich auf der verdammten Bühne, mit einer Geige in der Hand. Noch nie in meinem Leben habe ich Geige gespielt. Das Publikum beginnt wie wild zu klatschen. In meiner Not verbeuge ich mich tief, möchte aber in den Erdboden oder die Bühne versinken. Ich versuche Zeit zu schinden und verbeuge mich nochmals. Das Orchester beginnt schon die Instrumente zu stimmen und der Dirigent nickt mir mit nervösem Lächeln zu, da wache ich endlich auf. Nochmals Glück gehabt.

 

Ich bin ein Mörder

 Ich wohne wieder als Kind in unserem alten Bauernhaus.   Zwischen Bauernhaus und Gemeindestrasse befindet sich unsere grosse Jauchegrube. Die beiden grossen viereckigen Einstiegslöcher sind mit Holzplanken abgedeckt. Das ist ja weiter nicht aufregend wenn eines Morgens nicht ein paar Arbeiter der Gemeinde aufgetaucht wären um die Gemeindestrasse zu erneuern. Dazu wollen sie jetzt die Jauchegrube leeren was ich unbedingt verhindern muss. In der Jauchegrube habe ich meine Grossmutter entsorgt im festen Glauben, dass die stillgelegte Jauchegrube das sicherste Versteck aller Zeiten sei. Meinen Cousin werden sie nie finden, den habe ich in einer Wassergrube im alten Schuppen hinter dem Haus versteckt und gut mit herumliegenden Brettern und sonstigem Gerümpel getarnt. Mein Onkel fragt mich zwar ab und zu, ob ich seinen Sohn irgendwo gesehen habe, aber ich schüttle immer nur scheinheilig und mitfühlend den Kopf. Nur wenn er in der Nähe der Grube etwas werkelt dann wird mir mulmig. Aber bis jetzt ist ja immer alles gut gegangen und niemand hat mich je verdächtigt. Auch nicht nachdem der zweite Sohn meines Onkels vermisst wurde. Ganz anders mit der neuen Strasse. Ich muss höllisch aufpassen, dass die Jauchegrube nicht geleert wird.........Zeit zum aufwachen.

 

 

Der Bahnhof

Ich arbeite in Basel und fahre normalerweise jeden Abend mit der Bahn zurück nach Olten.

Ich bin, wie so oft, spät dran und brauche noch eine Fahrkarte. Ich eile zum Bahnhof, die Zeit läuft mir davon. Ich suche den Farkartenschalter, kann ihn aber nicht finden. Ich frage einen Passanten nach dem Schalter. Der ist im untersten Stockwerk meint er. Komisch, gestern war er noch hier oben. Ich renne zwei Treppen herunter und finde den Schalter, es sieht aber eher wie im Bahnhof  Zürich aus. Ich löse eine Fahrkarte nach Olten und such meinen Zug welcher normalerweise nur ein paar Schritte vom Schalter entfernt abfährt. Ich bin aber plötzlich weit weg bei den Abstellgeleisen und in der Nähe der Abstellgeleise für die Güterzüge. Ich sehe meinen Zug in weiter Entfernung wartend neben den anderen Zügen stehen. Ich renne los, denn wenn ich zu spät komme muss ich fast zwei Stunden auf den nächsten Zug warten. Ich bin ziemlich ausser Atem als ich endlich den richtigen Bahnsteig erreiche. Ich hechte in den nächsten Wagon aber der ist brechend voll mit Reisenden. Vielleicht hat es weiter vorne noch leere Plätze, so vermute ich wenigstens, mal schauen. Damit ich schneller vorwärts komme lege ich meine Tasche in ein Gepäcknetz und hänge meinen Mantel an einen leeren Kleiderhaken. Ich steige wieder aus und eile dem Zug entlag nach vorne, immer durch die Fenster schauend ob irgendwo leerer Platz ist. Da, ich habe gerade vier leere Plätze gesehen und will einsteigen.

Ich suche die Wagentüre. Aber im selben Moment fährt der Zug los, mit meiner Tasche, meinem Ausweis und meinem Mantel. Aber noch schlimmer..... ich stehe auf dem Bahnsteig inmitten der Leute... wieder nur bekleidet mit einer Unterhose. Mir wird schwindlig, ich möchte in den Erdboden versinken . und ich wache auf.

 

 

Reisen bildet

.....  und wieder war ich mit einer illustren Reisegruppe unterwegs. Wir hatten Herberge auf einem Hügel und das grosse Haus erinnerte mich an eine psychiatrische Klinik in der ich früher einmal sechs Wochen Gastrecht geniessen durfte mit meinem Burnout.

Die Reiseteilnehmer waren schon aufgebrochen und ich wollte als letzter folgen. Daraus wurde aber nichts denn ein Affe der sich auf meiner rechten Schulter festgekrallt hatte wollte nicht von mir lassen, so fest ich auch an ihm zerrte. Dem nicht genug. An meinem rechten Bein hing ein noch grösserer Affe und bei genauem hinsehen waren es zwei.

Ich zerrte an dem Aeffchen auf meiner Schulter herum. Nach einigen Bemühungen konnte ich ein Aermchen packen und hielt es an eine strehende Eisenstange. Es hielt sich Gott sei Dank daran fest und nach einigem Gezerre liess es von mir ab. Auch die beiden Störenfriede die zentnerschwer an meinem rechten Bein hingen liessen auch endlich von mir ab.

Der nächste Schock liess nicht lange auf sich warten. Eine gute Strecke hinter mir sah ich wie sich unser und somit auch mein Reisebus von dannen machte. Ich schrie aus Leibeskräften aber natürlich hörte mich niemand mehr.

Ich pilgerte also zurück zur gehabten Herberge und trat ein. Ich kam in ein grosses Büro und am Empfangstisch angekommen schauten mich zwei Damen fragend an. Nun ja, sagte ich , mir ist soeben der Reisebus davon gefahren. Können sie mir helfen ? Ja von woher kommen sie denn, fragte eine der Damen. Ja, das ist eben so, sagte ich zu der Damen, ich weiss es eben nicht mehr. Ich konnte mich mit dem besten Willen nicht mehr erinnern woher ich kam.

Schüchtern fragte ich die Dame ob sien nicht die Telefonnummer der Reiseleiterin hätte um ihr mitzuteilen, dass mich jemand abholen soll. Do, doch, sagte sie, die hab ich schon und ich wachte auf.........

 

 

Auf den Hund gekommen

Ich habe zwei schöne Hunde die ich über alles liebe. Einen Husky namens Leo, dessen Fell ich aber kurz halten muss weil es ihm in Thailand sonst zu warm wird. Eine braune wunderschöne Thaihündin mit Namen Tutseli. Tutseli bewacht mich überall und folgt mir auf Schritt und Tritt und so eben auch in meinem nächsten Traum.

Wir zwei sind unterwgs um Edelsteine und Mineralien zu suchen. In einem grossen breiten Bergbach grübeln wir beide nach edlen Steinen. Tutseli scheint irgend wie etwas von Steinen zu verstehen. Immer wieder kommt sie angelaufen mit einem schönen Stein im Maul welcher sich gut zum schleifen eignet.

Ich beobachte Tutseli aus meinen Augenwinkeln wie sie sich bis in die Mitte des Baches vorarbeitet. Plötzlich taucht sie unter einen grossen Stein und ich denke dass sie wohl ein besonders schönes Stück gesehen hat.

Ich mache mir weiter keine Gedanken aber als sie nach einer halben Minute nicht mehr auftaucht bekomme ich Panik. Ich hetze zu der Stelle wo ich Tutseli zuletzt gesehen habe. Ich lange unter die Steine und unter einem grossen Stein ertaste ich eine Höhle. Ich greife weiter hinein und ertaste ein Ohr von Tutseli. Ich ziehe kräftig an dem Ohr und der Kopf folgt. Es gelingt mir den ganzen Hund heraus zu ziehen. Aber was für ein Anblick. Sie liegt in meinen Armen wie ein nasser Sack. Für mich bricht die Welt zusammen denn ich denke sie ist tot. Dann aber hebe ich sie hoch an den Hinterbeinen und fasse sie um den Bauch. Ich beginne, sie zu schütteln und höre wie das Wasser aus ihrem Maul plätschert. Ich presse im Takt ihren Brustkasten zusammen, es kommt noch mehr Wasser. Plötzlich beginnt Tutseli zu husten.

Dem Himmel sei Dank..... sie lebt....... jetzt kann ich wieder aufwachen.