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Dies und das

Nun habe ich wieder ein bisschen Zeit zum schreiben nach einem guten Jahr Pause. Es war aber auch etwas los hier. Nachdem ich mühevoll meinen Rotwein aus Carissa Carenda perfektioniert hatte musste ich feststellen dass kaum Früchte zu bekommen waren in ausreichender Menge. Also habe ich auf meinem Farmland eben einmal hundertfünfzig Sträucher angepflanzt, besser gesagt anpflanzen lassen. Um den Platz besser zu nutzen habe ich gleich auch noch hundertfünfzig Kokospalmen dazwischen gesetzt. Kokos ist gefragt auf dem Weltmarkt und wird ein gutes Geschäft werden in drei Jahren wenn die erste Ernte anfällt. Besonders gefragt ist das hochreine klare Wasser das in der Nuss enthalten ist. Allerdings müssen die Pflanzen auch gepflegt werden . Gott sei Dank habe ich die Pflanzen schön in Reih und Glied gesetzt. Ich habe mir eine teure Mähmaschine geleistet um das Gras und das Unkraut zu dezimieren. Nun kam schon das nächste Problem. Es ist eine Sisyphusarbeit. 
Sehr schnell habe ich bemerkt dass die Pflanzen auch viel Wasser brauchen welches aber nicht in ausreichender Menge vorhanden war. Ich habe also eine Leitung legen lassen von unserem Anwesen zur Farm mit einigen Zapfstellen. Nun habe ich zwar Wasser aber die Giesserei dauert jedesmal mindestens einen halben Tag bis alle fünfhundert Pflanzen mit ausreichend Wasser versorgt sind.

In fünfzig Metern Entfernung fliest ein Klong gemächlich am Grundstück vorbei der fast immer reichlich Wasser führt. Das Wasser stinkt zwar ein bisschen, aber zum Pflazen giessen geht es schon. Ich lasse mir also am Ufer einen Betonsockel giessen. Obendrauf kommt eine kräftige Pumpe und vom Farmerhaus aus eine Leitung für Strom und eine dicke Röhre fürs Wasser. Beim Farmerhaus errichte ich einen grossen Wassertank aus Kunststoff und schliesse das Rohr an. Mooki schicke ich in den Gartenshop wo sie eintausend Meter flexiblen Kunstoffschlauch und siebenhundert Meter dünne Kunststoffschläuchlein erwirbt. Dazu gibt es noch fünfhundert kleine Sprinklerdüsen aus Plastic. Nun teilen wir unsere fast viertausend Quadratmeter in zwölf Sektoren ein und verlegen jeweils einen Plastikschlauch von dem nach links und rechts die feinen Schläuchlein zu den Pflanzen führen. An jedem Ende des Schläuchleins befestigen wir einen kleinen Sprinkler der wiederum auf einem Stengel aus Plastic steckt. Die zwölf Plastikschläuche enden beim Wassertank wo ich, wie schon gesagt, eine kräftige Hochdruckpumpe installiert habe. An die Pumpe schliesse ich einen selbst gebastelten Verteiler mit zwölf Hahnen welche die dickeren Schläuche speisen.

Es funktioniert also nun so : ich starte die Pumpe am Klong und fülle meinen grossen Kunststofftank mit Filter hinter dem Bauernhaus. Ist dieser voll starte ich die Hochdruckpumpe und kann nun sektorweise die Sprinkler laufen lassen. Immer zwei Hauptschläuche miteinander, für eine halbe Stunde. Die Rechnung ist einfach, ich brauche sechs Stunden um alles zu giessen. Es hat mich gestört, alle zwanzig Minuten den Tank mit der Pumpe aufzufüllen. Also habe ich per Internet in Deutschland einen elektronischen Niveauregler mit zwei Sensoren jeweils für Maximum und Minimum gekauft. Nun funktioniert die Füllerei automatisch. Sobald der Wasserstand den unteren Fühler erreicht schaltet die Pumpe ein und füllt den Tank wieder auf. Ich habe mir überlegt was ich noch verbessern könnte um die Giesserei zu vereinfachen. Also habe ich bei Amazon zwölf Magnetventile, Timer und andere elektronische Komponenten bestellt. Ich warte im Moment noch auf die Bauteile. Aber wenn sie kommen werde ich eine vollautomatische Giessanlage bauen und dann kann ich mich anderen Aufgaben zuwenden.


Parallel dazu versuche ich ja noch meinen Ananaswein verkaufsfertig zu machen. Voller Freude haben wir den Wein zur Prüfung ins staatliche Labor nach Bangkok geschickt damit wir endlich unsere Lizenz bekommen.

Ja von wegen Glück. Das kann auch in die Hose gehen und das tat es auch gründlich.

Unser Wein wurde vom staatlichen Labor in Bangkok zertifiziert und als Topqualität bezeichnet. Alle Tests bestanden.............nur............. den Alkoholtest eben nicht.

Auf meinen Flaschen steht 11.5 % Vol. aber mit meinem Equipment stimmt etwas nicht. Gemessen haben sie im Labor 15 % Vol. Und mehr.

Ich habe jetzt zwar die Befriedigung dass ich als vielleicht einziger einen Ananaswein mit 16  % Vol. machen kann, nur muss ich ihn eben mit Wasser verdünnen damit er durch die Prüfung kommt.

Ich weiss jetzt auch warum fast alle Besucher nach 20 Minuten besoffen waren. Das lag nicht nur am Wetter und an der Hitze, sondern vor allem am hohen Alkohol-Gehalt.

Nun, inzwischen habe ich den Wein noch einmal Prüfen lassen. Nicht ohne vorher in Spanien ein Ebuliometer zu bestellen mit dem ich den Alkoholgehalt genau bestimmen kann, bis auf eine Stella nach dem Komma. Und so habe ich nun endlich alle meine Lizenzen beieinander..... habe ich wenigstens gedacht.

Die Stadtverwaltung hat meine liebe Frau belehrt dass wir für jede verkaufte Flasche ein Bewilligungsformular verlangen müssen .....ausser es sei denn wir hätten einen Verkaufsladen. Haben wir aber nicht. Der Laden darf nicht auf dem Gelände der Fabrik sein sondern muss eine separate Hausnummer aufweisen.

 

In der Not ist mir eingefallen dass unser Wauwau, der Husky einen Raum im Erdgeschoss bewohnt der allen Anforderungen genügt. Kurzerhand haben wir ihn also ausquartiert und haben ihm im Garten ein Luxuriöses Hundehaus gebaut mit isoliertem Dach, Klimaanlage und Ventilator. Kurzum, er liebt sein neues Heim über alles und meistens schläft er fast den ganzen Tag an seinem kühlen Plätzchen. Drei mal in der Woche packt er seine Badehose ein. Dann darf er mit unserem Gärtner an den nahen Strand eine Stunde schwimmen gehen.

 

Den Raum im Erdgeschoss habe ich neu gestrichen, eine Glasschwingtüre einbauen lassen und ein grosses Kühlregal gebaut. Da die Klimaanlage ja schon vorhanden war fehlte aussen nur noch das Schild PRACHULINO SHOP welches ich über der Türe fixierte.

 

Wir bestellten die Gewerbeaufsicht welche den Laden und die Produktionsstätte

begutachteten. Sie waren voll des Lobes wie sauber alles sei. Gott sei Dank habe ich knapp vorher meine zwei Hunde aus der Fabrik geworfen welche dort gerne auf dem kühlen Boden schlafen bei fünfundzwanzig Grad wenn draussen die Sonne brennt.

 

Andentags konnte meine Mooki, meine Frau, die Verkaufslizenz auf dem Amt abholen und unseren Geschäften stand nun nichts mehr im Weg. Ausser dass wir noch Kunden brauchten. Nach dem wir in der ersten Woche bereits fast sechzig Flaschen verkauft haben sieht unsere Weinzukunft aber nicht mehr so düster aus.