Das Ende einer Ehe

 

Wir lebten so vor uns hin, hatten viel Freude mit unseren beiden Kindern und unserem luxuriösen Haus aber unsere Ehe begann, immer mehr zu bröckeln. Es begann mit Max, dem Herrn Direktor der nahe gelegenen Giesserei von dem bekannt war, dass er jede schöne Frau deren er habhaft werden konnte ins Bett zog. Er machte auch vor den Frauen seiner Freunde nicht halt.

Dass er mich systematisch mit teuren Geschenken zu kaufen versuchte, wollte ich zuerst nicht wahrhaben und als seine Absichten dann wirklich augenscheinlich waren war es zu spät und an eine Umkehr nicht mehr zu denken. Ich fühlte es dass mir meine Frau immer mehr entglitt und die Anzeichen häuften sich dass es nur noch eine Ehe auf Zeit war zumal meine Frau an dem Luxus Gefallen fand den er zu bieten hatte.

Als eine grosse Firma in unserer Nähe ein Atommülllager plante gründeten wir eine Protestgruppe mit Namen KOGRA oder Komitee gegen radioaktiven Abfall. Wir organisierten Protestaktionen, sammelten Fragebogen und machten uns nicht unbedingt beliebt bei der Gemeindeverwaltung welche schon einen Riesenbatzen Geld witterte.

Eines unserer Mitglieder  war ein Gewerbeschullehrer, ein nicht allzu entfernter Nachbar welcher in einem schönen Bauernhaus logierte das er renoviert hatte, denn er war nicht nur Lehrer an der Gewerbeschule sondern auch ein hervorragender Hobbyschreiner und Segler. Wie mir schien fühlte er sich sehr zu meiner Frau hingezogen und mir wurde bald klar, dass sie sich in meiner Abwesenheit trafen und wir stritten uns oft deswegen.

Als der Winter kam fragte mich meine Frau einige Male ob sie mit Beat, so hiess er, am Wochenende zum Skifahren gehen könnte. Ich willigte ein weil ich einerseits wusste wie sehr meine Frau diesen Sport liebte anderseits wollte ich den dauernden Streitereien aus dem Weg gehen. Heute mache ich mir Vorwürfe dass ich nicht mehr um meine Frau gekämpft habe.

Ich machte das Spiel eine Zeitlang mit. Fast jedes Wochenende verschwand sie und liess mich mit den Kindern zurück. Ich war nur noch das Kindermädchen obwohl ich auch dringend eine Erholungspause gebraucht hätte.

Nach nicht allzu langer Zeit war das Mass voll und ich bat Edith aus meinem Leben zu verschwinden. Sie zog darauf zu Beat mit den Kindern und ich mietete im nahe gelegenen Dorf Egerkingen eine Zweizimmerwohnung und eine Mansarde zum Basteln. Nachdem wir eine Zeitlang getrennt lebten liessen wir uns scheiden. Unsere Ehe wurde wegen Zerrüttung geschieden. Die ganze Aktion dauerte etwa zwanzig Minuten dann war die Sache erledigt. Ich bezahlte Unterhalt für die Kinder, für meine Frau musste ich nichts bezahlen. Edith hatte auch ein bisschen Geld ins Haus gesteckt welches sie von ihrem Vater bekommen hatte. Ich erhöhte den Bankkredit und gab ihr das Geld zurück. An Möbel und Einrichtungsgegenständen konnte sie mitnehmen was sie wollte, es war mir egal. Hauptsache sie war weg und mir fiel ein grosser Stein von der Seele.

Jedes zweite Wochenende besuchen mich die Kinder und wir unternahmen etwas zusammen. Wir gingen in die Stadt Eis essen oder wir fuhren in den Jura um nach Fossilien zu graben.

Mein luxuriöses Haus hatte ich an einen reichen Teppichhändler vermietet. Es war ein einsames Leben in meiner Zweizimmerwohnung und ich begann mich in meiner Einsamkeit an meine alten Freunde und Bekannten zu erinnern welche mir inzwischen aus dem Blickfeld entschwunden waren. Ich war also des Öfteren wieder unterwegs um alte Freundschaften wieder aufzufrischen.